top of page

Was prüft die Bauüberwachung – und was kostet sie?

  • Florian Späth
  • 27. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Bauüberwachung ist der Begriff der vielen Bauherren bekannt ist – aber den kaum jemand vollständig versteht. Was genau prüft ein Bauüberwacher, was unterscheidet ihn von der Bauleitung, und was kostet diese Leistung? Dieser Artikel gibt praxisnahe Antworten.


Was ist Bauüberwachung nach HOAI?

Bauüberwachung ist eine Leistungsphase (LPH 8) der HOAI – der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Die LPH 8 umfasst die Überwachung der Ausführung des Objekts auf Übereinstimmung mit der Baugenehmigung, den Ausführungsplänen, den Leistungsbeschreibungen sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik.


Kurz: Der Bauüberwacher schaut, ob das, was gebaut wird, dem entspricht, was geplant und genehmigt wurde – und ob es den fachlichen Standards entspricht.


Was unterscheidet Bauüberwachung von Bauleitung?

Bauleitung

Die Bauleitung (oft durch den Architekten oder den ausführenden Unternehmer) koordiniert den Bauablauf, plant Termine, kommuniziert zwischen Gewerken. Sie ist die 'operative' Funktion auf der Baustelle.


Bauüberwachung

Die Bauüberwachung ist die unabhängige Kontrollfunktion. Sie prüft, ob die Ausführung korrekt ist – ohne Eigeninteresse an der Ausführung selbst. Wer die Bauleitung übernimmt, kann nicht gleichzeitig unabhängige Bauüberwachung sein.


Der Mehrwert der unabhängigen Bauüberwachung: kein Interessenkonflikt. Der Bauüberwacher arbeitet ausschließlich im Interesse des Bauherrn.


Was prüft die Bauüberwachung konkret?

Plankonformität

Werden die Ausführungspläne und die Baugenehmigung eingehalten? Stimmen Maße, Positionen und Materialien mit den Planungsunterlagen überein?


Qualitätskontrolle

Entspricht die Ausführung den allgemein anerkannten Regeln der Technik? Werden DIN-Normen und Ausführungsstandards eingehalten?


Mängelerfassung

Werden Baumängel und Abweichungen dokumentiert, dem Auftragnehmer mitgeteilt und bis zur Beseitigung verfolgt?


Abnahmen

Gewerke-Abnahmen, Teil-Abnahmen und Schlussabnahmen werden vorbereitet und begleitet. Mängelprotokolle werden erstellt.


Kostenkontrolle

Prüfung von Nachtragsangeboten auf Berechtigung und angemessene Preise. Schutz des Bauherrn vor ungerechtfertigten Nachforderungen.


Was kostet Bauüberwachung?

Das Honorar für Bauüberwachung (LPH 8) richtet sich nach der HOAI: Basis sind die anrechenbaren Kosten und die Honorarzone. Bei einem typischen Einfamilienhausbau (anrechenbare Kosten 400.000 €, Honorarzone III) liegt das HOAI-Honorar für LPH 8 allein bei ca. 10.000–18.000 € netto.


Für kleinere Mandate (Baubegleitung einzelner Gewerke, stichprobenhafte Kontrollen) sind auch Pauschalangebote möglich: 150–300 €/Stunde oder Tagespauschalen.


→ Bauüberwachungsmandat anfragen: conman.ib-f-spaeth.de


Für welche Projekte ist Bauüberwachung besonders wichtig?

Neubau ohne eigene bautechnische Kompetenz. Sanierungsprojekte, wo der Umfang oft erst während der Ausführung sichtbar wird. Projekte mit mehreren Gewerken, die koordiniert werden müssen. Immer, wenn der Bauherr nicht selbst regelmäßig auf der Baustelle sein

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page