Drohnenbefliegung und 3D-Scan – wie beides zusammenarbeitet
- Florian Späth
- vor 19 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Wenn Boden und Luft zusammenarbeiten
Terrestrisches 3D-Laserscanning vom Boden aus ist eine leistungsfähige Technologie – aber es hat eine natürliche Grenze: Es erfasst nur, was vom Boden aus sichtbar ist. Dächer, Fassadenoberkanten, hohe Fassadenbereiche und weitläufige Außenanlagen sind vom Boden aus oft nicht vollständig erfassbar.
Drohnen schließen diese Lücke. Sie können Bereiche erfassen, die für terrestrische Scanner nicht zugänglich sind – und in Kombination mit Bodenscan und Photogrammetrie entstehen vollständige, dreidimensionale Modelle, die das gesamte Gebäude abbilden.
Was leisten Drohnen bei der 3D-Erfassung?
Drohnen werden für die 3D-Erfassung von Gebäuden überwiegend photogrammetrisch eingesetzt – sie nehmen viele überlappende Fotos aus verschiedenen Positionen und Höhen auf, die anschließend per Software zu einem 3D-Modell verarbeitet werden.
Typische Anwendungsbereiche:
Dachinspektion und Dachdokumentation ohne Gerüst oder Begehung
Fassadenerfassung bei großen oder hohen Gebäuden
Erfassung weitläufiger Außenanlagen, Geländemodelle, Freiflächen
Kombination mit terrestrischem Scan für vollständige Gebäudedokumentation
Welche Genauigkeit erreicht eine Drohne?
Hier ist Ehrlichkeit wichtig – und die Erwartungen vieler Auftraggeber liegen oft zu hoch.
Drohnengestützte Photogrammetrie erreicht unter guten Bedingungen – gutes Wetter, ausreichend Referenzpunkte am Boden, geeignetes Gelände – Genauigkeiten im Zentimeterbereich. Das ist für viele Anwendungen in der Bestandserfassung vollkommen ausreichend.
Millimetergenauigkeit ist mit Drohnen jedoch nicht erreichbar – weder mit handelsüblichen Geräten noch mit professionellen Vermessungsdrohnen. Die physikalischen Eigenschaften der Photogrammetrie und die Bewegungsunschärfe der Drohne setzen hier klare Grenzen.
Das bedeutet für die Praxis: Drohnen sind hervorragend geeignet für die Erfassung von Bereichen, die vom Boden aus nicht zugänglich sind – aber für Aufgaben die höchste Präzision erfordern, bleibt der terrestrische High-End-Laserscanner die überlegene Lösung.
Wie arbeiten terrestrischer Scan und Drohne zusammen?
Die stärksten Ergebnisse entstehen durch die Kombination beider Technologien:
Schritt 1 - Terrestrischer Laserscan: Der terrestrische Laserscan erfasst alle Innenräume und die vom Boden aus sichtbaren Außenbereiche – mit hoher Genauigkeit im Zentimeterbereich.
Schritt 2 - Drohnenbefliegung: Die Drohne erfasst Dach, Fassadenoberkanten und weitläufige Außenbereiche, die vom Boden aus nicht vollständig sichtbar sind.
Schritt 3 - Zusammenführung: Die Daten aus terrestrischem Scan und Drohnenbefliegung werden in einem gemeinsamen Koordinatensystem zusammengeführt – das Ergebnis ist ein vollständiges, dreidimensionales Modell des gesamten Gebäudes innen und außen.
Rechtliche Rahmenbedingungen für Drohnenflüge
Drohnenflüge sind in Deutschland reguliert – und wer gewerbliche Drohnenflüge durchführt, muss die geltenden Vorschriften kennen und einhalten.
Die wichtigsten Anforderungen:
EU-Drohnenverordnung und Luftverkehrsgesetz sind zu beachten
Für Drohnen ab 250g ist eine Registrierung erforderlich
Für gewerbliche Flüge gelten besondere Anforderungen an den Piloten
In Kontrollzonen von Flughäfen und über bestimmten Gebieten sind Genehmigungen erforderlich
Datenschutzrecht ist zu beachten – Fotos von Personen und fremden Grundstücken unterliegen Einschränkungen
Professionelle Drohnendienstleister kennen diese Anforderungen und halten sie ein – das sollte bei der Auswahl eines Anbieters ein wichtiges Auswahlkriterium sein.
Wann lohnt sich die Kombination aus Drohne und terrestrischem Scan?
Die Kombination lohnt sich besonders bei:
Großen oder hohen Gebäuden, bei denen das Dach vom Boden aus nicht einsehbar ist
Gebäuden mit komplexen Dachformen, die vollständig erfasst werden sollen
Projekten, bei denen eine vollständige Außendokumentation gefordert ist
Beweissicherungsaufgaben, bei denen auch Dach und obere Fassadenbereiche relevant sind
Liegenschaften mit weitläufigen Außenanlagen, die ebenfalls erfasst werden sollen
Für einfache Objekte – ein Einfamilienhaus mit zugänglichem Dach oder ein kleines Gewerbeobjekt – ist die Kombination oft wirtschaftlich nicht notwendig. Hier reicht entweder ein terrestrischer Scan oder eine Drohnenbefliegung allein.
Fazit: Boden und Luft ergänzen sich perfekt
Terrestrischer Laserscan und Drohnenbefliegung sind keine konkurrierenden Technologien – sie ergänzen sich optimal. Was der eine nicht sehen kann, sieht die andere. Zusammen entstehen vollständige, dreidimensionale Modelle, die kein Bereich des Gebäudes unerfasst lassen.
Wenn Sie eine kombinierte Bestandserfassung mit terrestrischem Scan und Drohnenbefliegung für Ihr Gebäude oder Projekt benötigen – nehmen Sie direkt Kontakt auf:
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